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Drohnen im Tuning-Einsatz

By on 30. August 2015 in Aktuell with 0 Comments

Airride mal anders

survive_the_streetz_drohneMit einer Drohne coole Luftbilder vom eigenen Auto aufnehmen? Eine geniale Idee, solange ein paar Dinge beachtet werden! Drohnen sind heute schon für kleines Geld zu haben und selbst Modelle mit eingebauter HD-Cam gibt es für ca. 100 EUR im Internet. Je nach Budget können aber auch Action-Cams wie z.B. eine GoPro montiert werden, die dann wirklich erstklassige Bilder und Videos liefern. Wer tiefer in den Geldbeutel greift, kann auch auf nette Funktionen wie Follow-Me, Comming Home oder GPS-gestützte Auto-Flüge nach eigenen Wegpunkten oder über fest definierten Punken wählen. Perfekt, um einzigartige Aufnahmen für die Präsentation des eigenen Fahrzeugs zu erstellen. Um zu verhindern, dass ihr mit eurer Drohne eine rechtliche Bruchlandung hinlegt, hier ein paar Basics zum Drohnen-Einsatz.

Wer darf eine Drohne fliegen?

Für das Steuern einer Drohne gibt es keinen offiziellen Führerschein und es muss auch keine Prüfung abgelegt oder nachgewiesen werden. Theoretisch dürfen also auch Kinder eine Drohne fliegen. Jedoch sollten sie dafür körperlich und geistig geeignet sein. Drohnen mit einem Gewicht unter 5 Kg. Werden als Hobby-Flugmodelle betrachtet. Allerdings nur so lange, wie sie ausschließlich privat und nicht gewerblich eingesetzt werden. Für Drohnen ab 5 Kg. Gewicht und/oder bei der gewerblichen Nutzung bedarf es einer sog. Aufstiegserlaubnis, die je nach Bundesland ca. 250 EUR für zwei Jahre kostet.

Reicht eine Haftpflichtversicherung aus?

Ganz klar: nein! In aller Regel sind Drohnen nicht von der normalen Haftpflichtversicherung gedeckt. Wer eine Drohne fliegen will benötigt eine sog. „Drohnen-Versicherung“. Diese kann entweder separat abgeschlossen werden. Sie kostet je nach Versicherer ca. 80 bis 100 EUR im Jahr. Wer bereits eine Haftpflichtversicherung hat, kann bei seinem Versicherer nachfrage, ob die Drohen zusätzlich mit in den Vertrag aufgenommen wird. Die Kosten liegen dann bei ca. 50 EUR im Jahr. Da alles, was abhebt, auch irgendwann und irgendwie wieder runterkommt, ist es natürlich schon im eigenen Interesse, für etwaige Schäden abgesichert zu sein.

Darf meine Drohne überall fliegen?

Auch hier, ganz klar: nein! Im Umkreis von 1,5 Km von Flughäfen dürfen Drohnen grundsätzlich nicht geflogen werden. Darüberhinaus gibt es weitere Bereiche, die absolut off-limits sind, wie zum Beispiel Militäreinrichtungen und je nach Bundesland auch Kraftwerke, Menschenmengen usw. Immer geschützt ist Nachbar’s Garten. Vor allem dann, wenn eine Drohne mit einer Cam ausgerüstet ist, werden hierbei schnell die Persönlichkeitsrechte anderer verletzt. Und wer die Nachbarin beim Sonnenbaden oder im Schlafzimmer filmt, darf sich nicht beschweren, denn der erboste Ehemann oder Freund die Drohne gewaltsam vom Himmel holt!

Darf ich Bilder und Videos frei verwenden?

Werden die Aufnahmen nur für private Zwecke gemacht und z.B. nur im Freundeskreis gezeigt, dürft ihr mit euren Aufnahmen nach belieben verfahren.

Anders verhält es sich, wenn die Aufnahmen im Internet geteilt werden. Grundsätzlich gilt die sog. Panoramafreiheit und es dürfen also Gebäude so gezeigt werden, wie sie auch von der Straße her einsehbar sind. Die Rückseite von Gebäuden darf hingegen nicht dargestellt werden. Aufnahmen von Personen unterliegen mit Drohnen den gleichen Einschränkungen, wie Aufnahmen, die vom Boden aus gemacht werden. Das bedeutet, ihr benötigt von jeder dargestellten Person die Erlaubnis. Dies ist dann nicht der Fall, wenn die Person(en) nicht hauptsächlicher Gegenstand der Aufnahme, sondern nur „Beiwerk“ sind, wie z.B. bei öffentlichen Veranstaltungen. Ebenfalls keiner Erlaubnis bedarf es, wenn die Personen anhand der Aufnahmen nicht eindeutig identifiziert werden können. Dies wird bei einem Großteil eurer Aufnahmen aus der Luft der Fall sein.

Sollten andere Fahrzeuge zu sehen sein, gilt grundsätzlich auch das, was beim Einsatz von Dash-Cams zutrifft. Es dürfen also keine Kennzeichen erkennbar sein, wenn die Bilder öffentlich zugänglich gemacht werden. Das Filmen für den alleinigen Zweck als Beweismittel (wenn jemand z.B. ein Durchfahrverbot in Eigenregie überwacht und die Aufnahmen dann der Polizei übergeben möchte) ist ebenfalls nicht zulässig.

 

Wie hoch darf ich bei der Aufnahme fliegen?

Eure Drohne muss sich zu jeder Zeit in eurem Sichtbereich befinden. Eine High-Tech Drohne z.B. nur über die Sicht des übertragenen Bildes auf ein Smartphone zu steuern, ist nicht zulässig. Was die Höhe betrifft, sind in der Regel 100 Meter als Maximum zu betrachten. Je nach Größe und der damit verbundenen Erkennbarkeit der Drohne, ein durchaus realistischer Wert für einen Sichtflug.

Flugdrohnen mit Kamera stellen also durchaus ein nettes Gadget dar, wenn es darum geht, euer Fahrzeug mal anders in Szene zu setzen. Auch wenn Drohnen (noch) keine Kennzeichnung benötigen und die Herkunft im Falle eines teuren Crashs mit Fremdschaden vielleicht nicht ermittelt werden kann, wird dringend davon abgeraten, ohne Drohnen-Versicherung abzuheben. Die Wahl des Einsatzgebietes sollte mit Bedacht gewählt werden und Überflüge über befahrene Straßen oder gar Autobahnen, verbieten sich von selbst. Die coolsten Aufnahmen werdet ihr sowieso dann bekommen, wenn sich die Drohne in geringer Höhe über eurem Fahrzeug befindet, da ihr ja auch noch alles gut erkennen wollt.

Falls wir euer Neugier geweckt haben oder ihr schon lange mit Drohnen Aufnahmen eurer Fahrezuge macht, lasst es uns wissen und schickt uns eure Bilder und Videos, wir werden sie dann hier veröffentlichen.

 

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